Flüsse
Reisen auf und an Flüssen ist Mode. Flusskreuzfahrten haben ebenso
Konjunktur wie Radtouren entlang der Donau, der Elbe oder an der Spree.
In den unübersichtlichen Zeiten von Globalisierung und Bindestrich-Identitäten
bieten die Flüsse offenbar jenes Maß an Orientierung, das im
Alltag verloren gegangen ist. Flüsse haben einen Anfang und ein Ende,
wer sich an die Uferwege hält, kann nicht auf Abwege geraten, die Wege,
die wir befahren, sind älter als wir selbst, schließlich hat
sich der Fluss seinen Lauf schon vor Tausenden von Jahren gebahnt. Nicht
zuletzt bieten Flüsse auch jenen Moment des Innehaltens, den wir sonst
so sehr vermissen: Wir schauen zurück auf das, was war, und voller
Hoffnung und mit ein bisschen Ehrfurcht blicken wir auf das, was uns noch
bevorsteht. Reisen an Flüssen ist ein besonderes Erlebnis von Raum
und Zeit. Das war nicht immer so. Bis ins 20. Jahrhundert überwog ein
nationaler Blick auf die Flüsse. Mit dem Fall des Eisernen Vorhangs
aber sind die Ströme in Europa auch die Botschafter eines neuen, grenzüberschreitenden
Europas der Regionen. Im Mittelpunkt steht nicht das Trennende, sondern
das Verbindende. Der Schwerpunkt Flüsse auf uwe-rada.de
will mit dazu beitragen, dass auf die Wiederkehr des Raums in der Geschichte
die Wiederkehr der Flüsse als moderne Kulturlandschaften folgt.
Das Hochwasser fällt leider aus
Auch wenn die Spree in Sachsen und Brandenburg Hochwasser führt, wird in Berlin nur wenig davon zu spüren sein. Schließlich markiert hier die kanalisierte Spree das Ende eines traurigen Flussschicksals (taz vom 11. August 2010)
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Berlin dreht krumme Dinger
Die Panke ist wie die Bièvre in Paris ein vergessener Fluss. Ausgerechnet
hier will der Senat die Brüsseler Wasserrahmenrichtlinie erfüllen.
Ab diesem Jahr wird die Panke, Berlins drittgrößter Fluss, wieder
naturnah (taz vom 2. Januar 2010)
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Still, langsam, schweigend
Hinter dem Eisernen Vorhang war die Memel lange Zeit in Vergessenheit geraten.
Ihren Namen verband man mit deutscher Großmannssucht. Dabei ist die
Memel gerade in ihrer Bescheidenheit so berückend (taz Magazin vom
5. Juli 2008)
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"Ich bin ein Flussverbesserer"
Seit sieben Jahren arbeitet Ralf Steeg an seinem Projekt, die Spree wieder
zur Badewanne für die Berliner zu machen. Damit soll auch die Stadt
wieder mit dem Fluss versöhnt werden (taz vom 25. August 2009)
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Der neue Blick aufs Wasser
Einst trennte die Mauer die Nieder Neuendorfer von der Havel. Nun führt
am Fluss eine Promenade entlang. Idylle pur gibt es dennoch nicht: Ein Wachturm
erinnert an die Zeit der Teilung und die Mauertoten (taz vom 11. August
2009)
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Die Oder als Grenzfluss
Lange Zeit war die Oder für Deutsche und Polen vor allem eines: ein
Grenzfluss. Die Bilder der Oder als Grenze sind aber älter als die
Grenzziehung auf der Potsdamer Konferenz 1945. Inzwischen sind allerdings
neue Bilder an ihre Stelle getreten (Vortrag an der Europäischen Akademie
Berlin am 6. Juni 2009)
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"Die Spree ist viel älter
als Berlin"
Es ist nicht einfach, im Sommer ein Stündchen zu finden, um mit Stefan
Vens an der Spree zu sitzen und auf die Schiffe zu schauen. Meistens ist
er nämlich selbst an Bord - als Schiffsführer eines Fahrgastschiffs
oder als Stadtbilderklärer. Ein ungewöhnlicher Job für einen
Exhausbesetzer? Nein, meint der 39-Jährige, schließlich war er
auch lange Zeit Schauspieler (taz vom 25. Juni 2007)
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Stadt am Wasser
Nach dem Krieg hat Stettin der Oder den Rücken zugekehrt. Nun will
die Stadt sich wieder mit ihrem Fluss versöhnen (aus: Uwe Rada/Inka
Schwand: Polen hin und weg. Berlin 2007)
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Rosen für Verliebte
Die Gauja ist Lettlands wilder Fluss. Auch deshalb war Sigulda in der "livländischen
Schweiz" schon immer ein Ort für Romantiker – und ist es
bis heute geblieben (© Uwe Rada)
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Wasser als Accessoire für Investoren
Wenn die Kreuzberger und Friedrichshainer über das Großprojekt
Mediaspree in einem Bürgerentscheid abstimmen, geht es auch um die
Frage, was Berlin seine Freiräume wert sind (taz vom 30. Mai 2008)
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Die OderHappy
End am Bösen Ort
In Lenzen an der Elbe feiert Brandenburg sein erstes und einziges Projekt
einer Deichrückverlegung. Damit hat der Fluss mehr Raum. Das finden
nicht alle gut (taz vom 14. August 2009)
Trockenlegungen
Kein Geringerer als Theodor Fontane hat dem Wasser eine besondere Kraft
bei der Gestaltung Brandenburgs beigemessen. In seinen "Wanderungen
durch die Mark Brandenburg" hat Fontane das Land vorwiegend nach seinen
Wasserläufen gegliedert: Oderland, Havelland, Spreeland (aus: Kulturland
Brandenburg: Fokus Wasser. Leipzig 2007)
Die
Wiederentdeckung der Oder
Unter Europas Strömen galt die Oder lange als Neutrum. Doch allmählich
entwickelt sich links und rechts des Flusses ein Bewusstsein vom gemeinsamen
Kulturraum, erwacht das Interesse an den Nachbarn (taz Magazin vom 17. Dezember
2005)
Nix
gelernt, Oder?
Zehn Jahre nach der großen Oderflut von 1997 stellt sich die Frage:
Welche Konsequenzen hat Brandenburg aus der Jahrhundertkatastrophe gezogen?
(taz vom 14. Juli 2007)
Im Fluss
ist nur der Fluss
Polnische, deutsche und holländische Schriftsteller sitzen in einem
Boot, schippern über die Oder - und sagen sich wenig (Bundeszentrale
für Politische Bildung)
Die Emajogi-Route
Der größte Fluss in Estland führt von der heimlichen Hauptstadt
Tartu bis zum Peipussee an die russische Grenze (aus Uwe Rada/Inka Schwand:
Baltische Begegnungen. Berlin 2008)
"Hier
lebt man als edler Wilder"
Einst war Michael Seiler der Gartendirektor der Stiftung Preußische
Schlösser und Gärten auf der Pfaueninsel. Auch nach seiner Pensionierung
lebt er noch auf der Insel in der Havel. Hier begegnet der 67-Jährige
auf Schritt und Tritt seinem großen Vorbild, dem Landschaftsarchitekten
Peter Joseph Lenne (taz vom 10.September 2007)
Reif für
die Insel
Mit einem "Europagarten" wenden sich Frankfurt (Oder) und das
polnische Slubice nach 50 Jahren wieder der Oder zu. Und üben schon
einmal den gemeinsamen Blick in eine schwierige Zukunft (taz vom 1. Februar
2003)
Wilde Wasser
hinter der Grenze
Lange Zeit stand die Drawa nordöstlich von Stettin im Schatten der
Flüsse und Seen in Masuren. Die Paddler aber haben den Wildwasserfluss
längst für sich entdeckt (aus: Uwe Rada/Inka Schwand: Polen hin
und weg. Berlin 2007)
Vogelparadies
mit Vergangenheit
Nach der Oder wollte Friedrich II. auch die Warthe trockenlegen und besiedeln.
Das ist ihm aber nur zur Hälfte gelungen. Bis heute hat sich der größte
Nebenfluss der Oder einen Teil seiner Wildnis bewahrt (aus: Uwe Rada/Inka
Schwand: Polen hin und weg. Berlin 2007)