Flüsse als grenzüberschreitende Erinnerungsorte
Ein Online-Dossier der Bundeszentrale für politische Bildung
Projektkoordination Uwe Rada
Start zweites Halbjahr 2011
Unser Verhältnis zu den Flüssen war lange Zeit gestört. Die Städte wandten sich von ihnen ab, Industriebetriebe missbrauchten sie als Kloake, die Politik baute sie zu gesichtslosen Wasserstraßen um. Doch mit dem Ende des industriellen Zeitalters kehren die Flüsse zurück: als Naturräume, als Kulturstandorte, als touristische Ziele.
Mit der Wiederentdeckung der Flüsse geht auch eine Neuentdeckung ihrer Geschichte einher. An den Flüssen entstanden Städte, Flüsse bildeten Handelsräume und Kulturlandschaften, bevor sie im 19. Jahrhundert nationalisiert wurden und der "Kampf um die Flüsse" begann. Auch dieses Zeitalter ist zu Ende. Seitdem sind eine Reihe von Flussgeschichten erschienen, in denen nicht die nationale, sondern die grenzüberschreitende Erzählung im Vordergrund steht: Claudio Magris' Donaubiografie etwa, Peter Ackroyds Geschichte der Themse oder Uwe Radas Kulturgeschichten der Oder und Memel.
Grenzüberschreitende Flüsse haben ihre eigene Geschichte. Sie erzählt etwas anderes als die Geschichte der Staaten, die sie durchfließen, oder die der Völker, die an ihm leben. Solche Ströme erfordern immer die Multiperspektive, den europäischen Blick. Deshalb sind sie auch die besten Botschafter Europas.
Dazu braucht es gemeinsame Erinnerungsorte. Das Online-Dossier "Geschichte im Fluss" der Bundeszentrale für politische Bildung will am Beispiel von Oder, Rhein, Memel, Donau und Rhein dazu beitragen.
- Bundeszentrale für politische Bildung
- Geschichte im Fluss
Uwe Rada in der Sonntaz vom 6. November 2010 - Wer den Fluss achtet, achtet auch seinen Nächsten
György Konrad über die Donau (Der Standard vom 15. November 2010) - Die Oderakademie
Ein Projekt der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder)
Sind im Kommen: Flussbücher